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.. hatte ich in den letzten Wochen. Das war mit das Beste, was die Reha mir gebracht hat, außerdem mehr Ausdauer, mehr Beweglichkeit, eine größere Gelassenheit und einige Einsichten, die längst fällig waren.

 

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Doch von vorne. Von Mitte September bis Mitte Oktober war ich 5 Wochen im Bayerischen Wald, in der Asklepiosklinik in Schaufling. Seit im August 2015 festgestellt wurde, dass ich Parkinson habe, bin ich zwar so gut medikamentiert, dass ich sowohl meinen Beruf weiter ausüben als auch meinen Alltag bewältigen kann. Nichtsdestotrotz habe ich Einschränkungen und im Laufe der Zeit kamen ein paar unschöne Nebeneffekte dazu, die mich in zunehmenden Maße ausgebremst haben – Magenschmerzen, Müdigkeit und – was mich am meisten nervte – eine Reizblase. Deshalb entschloss ich mich einen Antrag auf stationäre Reha-Behandlung zu stellen, der sehr schnell genehmigt wurde. Die Kinik habe ich mir selbst ausgesucht und schon bald eine Zusage für September erhalten.

 

 

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Da weder den Magenschmerzen noch der Reizblase körperliche Ursagen zugrunde lagen, war mir klar, dass beides etwas mit meiner Lebensweise zu tun haben muss. Mein Wunsch und mein Ziel war also, etwas über mich und meinen Umgang mit der Krankheit zu erfahren. Außerdem wollte ich, was ich schon den ganzen Sommer über anstrebte, fitter und beweglicher werden. Um es vorweg zu nehmen, das ist mir gelungen und auch Magen und Blase zicken nicht mehr. Ich kann es selber kaum glauben! 

Bewegung und Entspannung

Grund dafür war sicherlich, dass ich individuell und kompetent betreut wurde.  Schon am ersten Tag hatte ich Gelegenheit dem Chefarzt der Neurologie in einem ausführlichen Gespräch meine Probleme zu schildern, meine Einschränkungen deutlich zu machen und zu erklären, was ich mir von der Reha erhoffe. Am nächsten Tag wurde ich einem Team vorgestellt, das aus Ärzten, Physio- und Sporttherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Psychologen bestand, zu dem Zweck eine möglichst passende Therapie für mich zusammenzustellen. Das ist ihnen ausgezeichnet gelungen.

 

 

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Ich hatte jeden Tag mehrere Anwendungen. Wassergymastik und Koordinationsübungen waren fast täglich dabei. Dazu kam Krankengymnastik und Autogenes Training. Tägliches Training in einem Gerätezirkel und am Ergometer ergänzten die Übungen. Massagen trugen darüber hinaus zu meinem Wohlbefinden bei. Als ich den Wunsch äußerte an Qi Gong teilzunehmen wurde mir dieser umgehend erfüllt und als ich Bogenschießen ausprobieren wollte, war ich wenig später auch hier dabei.

 

 

 

Gruppen- und Einzelgespräche, die den Umgang mit der Krankheit und Stressbewältigung zum Thema hatten, machten mich zum einen nachdenklich, aber auch bereit offen über meine Krankheit und ihre Folgen zu sprechen. Sie waren ein wichtiger Ansatz für Gedanken, die ich mir anschließend auf langen Spaziergängen im Wald durch den Kopf gingen. Neben der körperlichen Fitness, die ich erlangt habe, war das wichtigste, dass ich Zeit für mich hatte und unabgelenkt und unbeeinflußt über mich und mein Leben, wie ich es gestalten möchte, nachdenken konnte. 

 

 

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Viel Zeit mit mir habe ich im Wald verbracht. Einem märchenhaften Wald, der zum Verweilen und Durchstreifen einlädt. Zwischen den alten Böume, den moosbewachsenen Steinen spazieren zu gehen und meine Gedanken mitwandern zu lassen, hat viel dazu beigetragen, dass es mir  dort so gut ging. 

 

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Mit gutem Mut und dem Wissen, dass ich soviel Bewegung wie möglich und ausreichend Entspannung brauche, um mir Lebensqualität zu sichern, bin ich nun heimgekommen. Die Herausforderung nun ist, meinen Alltag entsprechend zu gestalten. Das Umdenken alleine nützt mir nichts, ich werde einiges an meiner Lebensweise ändern müssen. 

 

 

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Nicht von heute auf morgen, aber Schritt für Schritt und in meinem Tempo. 

Liebe Grüße

Sabine

 

 

16 Kommentars

  1. …es freut mich sehr, liebe Sabine,
    dass du eine so gute Klinik gefunden hast…das klingt wirklich gut, so wie sie auf dich und deine Wünsche und Bedürfnisse eingegangen sind…nun wünsche ich dir, dass du viel von dem Erfahrenen und Erkannten in deinen Alltag übernehmen kannst…und ich freue mich an deinen schönen Bildern von diesem wundervollen Wald,

    habt einen guten Sonntag,
    liebe Grüße Birgitt

  2. Auch für mich hört sich das erfreulich an, was du bei deinem sehr langen Reha – Aufenthalt erlebt und erfahren hast. Der Härtetest kommt dann allerdings im Alltag, wenn die guten Vorsätze plötzlich mit den Alltagsanforderungen konfrontiert werden, oder, wie bei mir im letzten Jahr, der Partner plötzlich krank ist und auf einmal alles auf einen einstürzt.
    Aber was sicher gut ist, mehr Informationen unter den unterschiedlichsten Blickwinkeln über die eigene Krankheit zu erfahren und zu wissen, dass man wirklich viel tun muss, um die Beweglichkeit zu erhalten, denn das ist ein großes Thema im weiteren Verlauf der Krankheit.
    Mein Blick darauf als Außenstehende: Akzeptieren, dass sich Alterungsprozesse so oder so zeigen, dass man denen nicht entgeht und das man auch nicht schlimmer betroffen ist als andere Leute, bei denen sich was anderes im Alter zeigt. Unser Problem ist, glaub ich, dass wir unsere Endlichkeit nicht so wirklich akzeptieren können.
    Schöne Fotos hast du gemacht.
    Alles Gute!
    Astrid

  3. Das hört sich klasse an Sabine. Dass Du aus der Reha so viel mitgenommen hast liegt sicher auch an Dir und Deiner Bereitschaft Dir helfen zu lassen. Das klingt alles wirklich super und ich denke tatsächlich dass Du viel für Dich gelernt hast. Schritt für Schritt und in Deinem Tempo, das hört sich richtig an!
    Nebenbei habe ich Deine schönen Fotos sehr genossen.
    Schönen Sonntag, liebe Grüße Tina

  4. Die grünen Wandbilder unterstreichen Deine Worte wunderbar. Möge es Dir gelingen, die Wünsche im Alltag zu implementieren.

    Was ist Dein konkreter Plan für die Bewegung im Alltag?

    Einen entspannten Sonntag wünscht Dir
    Ines

  5. Ich denke das ist auch wichtig, sich auf die Reha einzulassen und für sich das Meiste mitzunehmen, dann ist es erfolgreich… ich drücke die Daumen, dass du möglichst vieles mit in den Alltag nehmen kannst und auf deinem Weg weiter gehen kannst.
    Liebe Grüße Jacky

  6. Das klingt gut, was du über deine Reha schreibst. Ich denke, es ist ganz wesentlich, dass man sich auf sie eine Maßnahme voll und ganz einlässt. Und jetzt drücke ich Dir die Daumen, dass du das Zuhause weiter fortsetzen kannst und es Dir in Zukunft besser geht!
    Liebe Grüße
    Fran

  7. liebe sabine, es freut mich sehr, dass dir die reha so gut bekommen ist. in diesem wunderbaren märchenwald ist sicher auch jede minute eine erholung gewesen.
    ich wünsche dir sehr, dass du vieles, was du von dort mitgenommen hast, in deinen alltag integrieren kannst.
    alles liebe, mano

  8. Liebe Sabine, ich freue mich sehr, dass dieser Zauberwald Dir geholfen hat, näher zu Dir selbst zu finden. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du möglichst viel von dem umsetzen kannst, was Dir gut tut.
    LG Sunny

  9. In einer so tollen Gegend muss man ganz einfach Denkanstöße bekommen, dank derer man sich wieder besser fühlt!
    Ich wünsche dir, dass die Erfahrungen noch lange in dir nachhallen, so dass du das Beste aus deiner Situation machen kannst.
    LG Sabienes

  10. Wie schön, dass du in der Reha gefunden hast, was dich weiter bringt und dir hilft. Viele sind ja bei Rehaaufenthalten oft genervt.
    Deine schönen Bilder auf aus dem Wald habe ich ja bereits auf Instagram bewundert. Das sieht wirklich nach viel Ruhe aus.
    Liebe Grüße
    Andrea

  11. Liebe Sabine,
    Ich kenne 2 Menschen, die fanden ihre Reha oder Kur ganz schrecklich und konnten überhaupt nicht mit sich allein sein. Ich denke, auch das war dann wohl Teil ihrer Beschwerden – wenn man sich nur durch Ablenken durchs Leben “schleppt”, tut man sich immens schwer, wenn man mal mit sich allein ist. Was Du schreibst, klingt dagegen richtig gut und ich glaube, das Wichtigste ist, sich darauf einlassen zu können, so wie Du es getan hast. Das freut mich daher sehr für Dich, dass Du etwas aus deinem Aufenthalt im Bayerischen Wald gemacht hast… und dass Du wunderschöne Waldwanderungen gemacht hast, sieht man auf Deinen Bildern ja! Ganz fantastisch sehen diese aus.
    Dein Post erinnert mich auch daran, wie wichtig es ist, bereits “präventiv” viel für sich selbst zu tun, auch wenn man gesund ist… denn es tut ja auch der Seele so gut!
    Liebe Grüße, Maren

  12. Liebe Sabine,

    ein wirklich beeindruckender Beitrag. So viele Gedanken, dass man sich gut hineinversetzten kann wie es dir damals ging..aber auch fehlen einem die Wörter weil es einfach unbeschreiblich ist wie du mit der ganzen Situation umgehst. Es sind wirklich schöne Bilder entstanden die einem als Leser selbst zum nachdenken bewegen. Und das schöne daran ist, wenn man so viele Eindrücke mit nach hause genommen hat…. Alles gute weiterhin, deine Martina

    Martina
  13. Hey klasse ein ganz toller Post. Auch bei mir hat die REHA einiges bewirkt.
    Ich hab ja die MS …. auch nicht erquickend. Ich will jetzt nicht besserwisserisch rüberkommen, aber ich hab da etwas entdeckt und was mir gut tut und ich mache es schon seid vier Jahren.
    Eine spezielles Qi Gong und da hab ich auch Parkinson erkrankte kennengelernt denen es dadurch wesentlich besser geht. Zhi neng Qi Gong. Ist ein medizinisches Qi Gong.
    Gib einfach mal Zhi neng Qi Gong bei Parkinson ein – ich gehe nächstes Wochenende auf einen drei Tagesworkshop den hält ein chinesischer Lehrer ab. Der ist echt total nett und man kann ihn alles fragen und er hat gute Tipps parat.

    Bogenschießen ist übrigens auch Klasse. Hab das Glück mein Bruder macht das und er stellt auch die Bögen selbst her.

    Der Wald ist ja echt wunderschön.

    In der Reha ging es mir wie Dir. Und ja ich muss umdenken und mich ändern.

    LG
    Ursula -und alles alles Gute

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