Bevor ich mit meinem heutigen Post loslege, muss ich Euch was erzählen. Karin Austmeyer hat mich zum Sonntagsinterview eingeladen. Schon seit einiger Zeit folge ich Karin’s gut gemachtem und abwechslungsreichen Blog “Sweet Sixty” auf Bloglovin. Dass sie mich bat, Ihre Fragen zu beantworten, ist mir Freude und Ehre zugleich. Hier gehts zum Interview.

 

 

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Schon als kleines Mädchen habe ich gerne Zeit vor dem Spiegel verbracht. Wenn ich die Gelegenheit hatte, hab ich meine Kleider anprobiert. Weil ich alle mochte und mich für keins entscheiden konnte, hab ich mehrere übereinander angezogen. Meine Oma hatte dann Mühe mich aus dieser “Zwangsjacke” zu befreien. Zeit für Spiele und Freunde hatte ich trotzdem genug.

Kleiderschrankritual

Nicht viel anders ist es heute. Es macht mir noch immer Spass meine Kleider anzuprobieren. Heute nenne ich das “ein Outfit zusammenstellen”. Dazu gehört dann nicht nur das Kleid, auch Schuhe, Strümpfe, Jacke und Handtasche wollen ausgewählt werden. Wenn alles passt, schenke ich mir ein  zufriedenes Lächeln im Spiegel und der Tag kann beginnen. Es ist ein Ritual, das ich nicht missen möchte.

 

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Muss ich auch nicht, als Bloggerin kann es sogar mit anderen teilen.

 


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Was mir manchmal fehlt ist das Teilen im realen Leben. Meine Bekannten haben andere Interessen. Ich auch, aber das einem, schließt das andere ja nicht aus.

Ein Glück, dass meine Tochter meine Vorliebe teilt und doppeltes Glück, wenn wir genug Zeit haben uns nicht nur auszutauschen, sondern auch noch Bilder zu machen. In letzter Zeit hatten wir Gelegenheit dazu.

 

Zeit für uns – Mutter-Tochter-Tage

Wir besuchten gemeinsam den Dawanda-Markt in der Kongresshalle in Augsburg und ließen anschließend bei Kaffee und Kuchen die vielen kreativen Ideen, die wir aufgesammelt haben, Revue passieren.

 

 

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Am Wochenende darauf, besuchten wir das Augsburger Textilmuseum und ließen uns von den herrlichen Stoffmustern bezaubern.  Mode aus den vergangenen Jahrzehnten ließ Erinnerungen wach werden an meine und meiner Mutter modische Vergangenheit.

 

 

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Stil ist altersunabhängig und Spass an Mode ebenfalls und es macht uns nicht dümmer und nicht oberflächlicher als es das Malen eines Bildes oder das Backen eines Kuchens. Für beides würde ich Gesprächspartnerinnen finden. Warum nicht auch fürs modisch experimentieren? 

 

 

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Zugegeben als einziges Gesprächsthema würde es mich nicht zufrieden stellen. Auch mit meiner Tochter verbindet mich mehr. und Spass haben wir nicht nur vor dem Spiegel. 

 

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Ich bin mir das wert

Doch es ist nicht nur Spass an der Freude, am Kleiden und Auswählen. Es  ist auch Wertschätzung mir selber und anderen gegenüber. Ein bewußtes Handeln, eine Entscheidung, die den Tag mit gestaltet. Es soll mir niemand erzählen, dass was er trägt, nicht Einfluss auf Stimmung, Wohlbefinden, Akzeptanz hat. Mancher merkt es nur nicht, oder will es nicht wahrhaben. 

 

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Kleider machen Leute, oder etwa nicht?

Auf jeden Fall wirkt ein Positives Äußeres auch auf mein Inneres und schon deshalb ist die Zeit vor dem Spiegel keine verlorene.

 

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Neulich habe ich einen Post entdeckt, der mir ungemein gut gefallen, ja aus der Seele gesprochen hat. Den möchte ich Dir noch empfehlen.

Helmut Achatz schreibt: “Wie jede auch mit 60plus noch umwerfend aussehen kann”. Bravo, kann ich nur sagen!

Wenn Dir mein minimaler Animal-Look zu langweilig ist, dann schau mal rüber zu Gabriele Immerschön. Genau so geht’s – das umwerfend aussehen. 

Liebe Grüße

Sabine

 

 

30 Kommentars

  1. Das Interview hat mir sehr gefallen. Bei der ein oder anderen Antwort musste ich etwas grinsen. Denn vieles davon mache ich schon. Und ich bin sehr froh das ich es tu. Das Bildchen wo Du die 40 überschritten hast , sieht super aus .
    Und ja Kleider machen Leute .
    LG und einen schönen Sonntag
    wünscht Dir heidi

  2. Gerade hörte ich im Radio die Goebbelsrede von 1943. Was das mit diesem Post zu tun hat? Da wurde den Frauen & Mädchen im 3.Reich auch deutlich gemacht, wie verwerflich es ist, sich um Mode und Schönsein zu kümmern. Ich habe so eine Einstellung noch bei meinem 1. Freund erlebt und später bei Kollegen, die anzweifelten, dass man selbständig denken kann, wenn man modisch interessiert ist.
    Gut, mir ist Mode nicht mehr sehr wichtig, aber ich trage gerne Sachen, in denen ich mich gut fühle, die meiner Stimmung entsprechen. Und wenn ich darauf Gedanken & Zeit verwende, ist das meine Sache. Schön, dass du mit deiner Tochter das teilst…
    Zum Interview klicke ich mich jetz.
    Einen schönen Sonntag!
    Astrid

    1. Liebe Astrid, Du gibts mir immer wieder Denkanstöße, danke dafür. Von dieser Seite habe ich es noch nicht betrachet. Das erklärt auch, warum man heute z. B. von “Rentnerbeige” spricht. Das Individuelle auszuschalten hat zu gut funktioniert und wirkt noch nach.
      Ich habe aus Deinen Posts in letzter Zeit herausgelesen, dass es Herrn K. nicht gut geht und selbstverständlich habe ich sofort daran gedacht, so wird es mir auch einmal gehen. Ich bin froh, dass ich einen zuverlässigen und liebevollen Partner an meiner Seite habe, bin mir aber auch bewußt, welches Päckchen ich ihm aufbürde. Ich hoffe auch, dass ich meinen guten Mut behalten kann. Am Beispiel meiner Mutter und meiner Großmutter ist mir aufgefallen, welchen Unterschied es macht, ob der zu Pflegende guter Dinge ist, oder launisch und unberechenbar.
      Du, Astrid, die so viel gibt, wirst, wenn Du es brauchst sicher nicht alleine sein.
      Ganz liebe Grüße
      Sabine

  3. Jetzt habe ich das Interview gelesen, mit besonders großem Interesse das, was du zu deiner Krankheit sagst, denn ich lebe mit einem Partner, der die mit dir teilt und bei dem es jetzt langsam ernst wird. Was du beschreibst kenne ich, und ich weiß, wie wichtig es ist, die Seele in Balance zu halten ( und ich bin gut damit beschäftigt, das zu erreichen ).
    Deshalb wünsche ich dir, dass du deinen eingeschlagenen Weg weiter gehen kannst.

    Ich bin froh, dass ich in den letzten Jahren so viele Menschen beim Altern begleiten durfte, dass ich darum weiß, was es bedeutet, auch, dass der Mensch Mensch bleibt, wenn auch vieles nicht mehr alleine bewältigt werden kann. Nur manchmal schießt mir der Gedanke durch den Kopf, was dann mit mir als letzte wird. Aber nur ganz kurz, dann genieße ich wieder, was ich habe.
    Alles Liebe!

  4. Liebe Dabina, was für zauberhafte Fotos von euch Beiden.
    Das Interview ist toll, mach bitte weiter so 😉
    Zum Modeinteresse teile ich wohl Dein Schicksal. Ich denke das ist ein guter Frund zum Bloggen, nicht wahr?!
    Liebe Grüße aus Thailand, Tina

    Tina von Tinaspinkfriday
  5. ein schön bebilderter beitrag, liebe sabine! auch wenn für mich kleidung eher nebensache ist und ich mich mit einem kleinen kleiderschrank begnüge, so mag ich es auch mich manchmal “zurechtzumachen” – wie meine oma früher noch sagte. wichtig sind für mich immer schöne schals, die ja ein outfit sofort ungemein verändern und verschönern können.
    dein interview hat mir sehr gefallen und ich finde es großartig, wie du mit deiner krankheit umgehst. sich nicht unterkriegen zu lassen – trotz aller einschränkungen des alters – ist auch meine devise. es gibt einfach noch viel zu viel schönes zu erobern und zu entdecken, als dass man missmutig zu hause sitzen bleibt. und damit meine ich nicht große reisen nach übersee, sondern gerade die täglichen erfreulichkeiten, die man überall auch in der nähe finden kann.
    liebe grüße
    mano

    1. Liebe Mano, vielen Dank. Um sich selber wert zu schätzen, braucht es keinen großen Kleiderschrank und keinen Aufwand. Ich sehe diese Wertschätzung in Deinen wunderschönen Dekorationen, in Deinen Bildern und im verwunschenen Garten. Das Leben mit allen Sinnen genießen, ist die beste Art der Selbstachtung.
      Liebe Grüße
      Sabine

  6. …ich glaube, du hast ein besonderes Gen, liebe Sabine,
    welches es dir ermöglicht, dich immer so besonders, passend und authentisch zu kleiden und welches du auch deiner Tochter vererbt hast…ich würde auf solche Kombinationen nicht kommen und denke immer super, das ist perfekt, wenn du hier deine Outfits zeigst…und jetzt gehe ich mal das Interview lesen,

    liebe Grüße Birgitt

    Birgitt
  7. Du hast eine zauberhafte, wunderhübsche Tochter 🙂 Kein Wunder, bei der Mutter. Deine Freude beim Zusammenstellen eines Outfits kann ich nachvollziehen – mir geht es ähnlich. Wenn ich mal eine freie Stunde habe – was im Moment leider ganz selten vorkommt – dann verbringe ich die gerade bei diesem Wetter sehr gern mit Tüfteln vor dem Schrank. Und ich freu mich gerade, weil endlich Kind, groß, nach seiner Europa-Tour wieder zuhause gelandet ist und als harter Kritiker tätig wird 😉
    Liebe Grüße
    Fran

  8. Ich bewundere Deinen Mut, so offen über Dich und Dein Leben hier im Internet zu schreiben. Du kommst da immer sehr authentisch rüber und die Bilder sind wie eigentlich immer richtig schön. Du wirst sehen, das Leben kann auch künftig (nach dem Berufsleben) noch richtig gut sein, bei Deinen vielen Interessen droht da sicher keine Langweile. Machen wir das Beste aus der aktuellen Lebensphase.
    Grüßle Bellana

    1. Danke, Bellana. Als mutig betrachte ich mich gar nicht. Ich schreibe, wie ich auch reden würde, wenn wir uns gegenübersitzen. Auf den Ruhestand muss ich noch ein wenig warten. Ich bin aber sicher, dass Du recht hast. Langweilig wird mir wohl nicht.
      Grüßle Sabine

  9. Ich finde es auch wichtig, mich in meinem Outfit wohl zu fühlen, weil es mir einfach ein gutes Gefühl gibt, wenn ich mich ch wohl fühle. Das Teilen auf dem Blog ist mir auch wichtig, weil in meinem Umfeld nicht alle so viel Interessante an Outfits haben. So habe ich einen schönen Austausch mit mEnschen, die auch gerne mit ihren Outfits experimentieren.
    Liebe Grüße
    Andrea

  10. Liebe Sabine, gerade habe ich Dein Interview gelesen und bin vollkommen begeistert, wie deutlich und ehrlich Du alle Fragen beantwortest. Du weichst nie aus und gibst eine Frau zu erkennen, die ihre Schwächen zu Stärken macht, ihr Leben trotz aller Fallstricke liebt und akzeptiert. Du bist eine tolle und bewundernswerte Frau, Sabine. Und, dass Deine Tochter uns so schön, intelligent und offen anschaut, Ihr gerne Zeit miteinander verbringt und Ihr Euch aneinander erfreut- mich wundert es nicht!
    Toll seht Ihr aus.

    Liebe Grüße
    Deine Gabriele

    1. Liebe Gabi, dankeschön. Ja, ich liebe mein Leben, so wie es ist. Was nicht heißt, dass ich diese Krankheit nicht gerne wieder los wäre. Da ich aber keine Wahl habe, ist gute Laune behalten einfach die beste Option.
      Liebe Grüße
      Sabine

  11. Liebe Sabine, tolles Interview! Das bestätigt mir einfach mehr, dass Du einfach eine wunderbare Frau bist. Und ich stimme Deinen Worten in diesem Post vollkommen zu – ich finde auch nicht, dass es verschwendete Zeit ist, die man damit verbringt, sich selber wertzuschätzen, in dem man sich bewusst vor dem Spiegel ein Outfit zusammenstellt. Dass Du das sehr gut kannst, bestätigt einmal mehr dieser Post und auch Deine Tochter – ich sehe schon, Ihr seid eindeutig vom gleichen Schlag <3
    Liebe Grüße, Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

  12. Liebe Sabine, das ist ein tolles Interview, sehr ehrlich und authentisch. Ich habe großen Respekt vor Dir, wie Du mit Deiner Krankheit umgehst….
    Deine Einstellung zum “Älter” werden hätte ich gerne, und Deine Gelassenheit ebenso. Das finde ich wirklich bewundernswert.
    Deine Tochter schlägt Dir wirklich nach und sieht genauso “stylish” aus wie Du!
    Liebe Grüße, Maren

    1. Liebe Maren, dankeschön. Diese Einstellung hat sich allmählich eingestellt. Mit Anfang 50 war ich alles andere als gelassen. Gute Beispiele, das Bloggen und die Einsicht, dass ein unzufriedenes Gesicht nicht schöner macht, haben diese mit geprägt.
      Liebe Grüße
      Sabine

  13. hinreissend schaust du aus – in beiden anzügen und obwohl die ganz unterschiedlich sind…… und deinen grossartigen stil hast du gleich weitervererbt – deine tochter balanciert leichtfüssig zwischen chic und lässig!
    das mode hierzulande so eine “bad rep” hat ist schon merkwürdig – ich hab schon leute auf parties getroffen, die das gespräch abbrachen, nachdem sie erfuhren dass ich modedesignerin bin – oder blöde bemerkungen gemacht haben…… manchmal hatte ich so die nase voll davon dass ich einen anderen beruf genannt hab – möglichst abwegigen natürlich, seiltänzerin z.b. – und mich dann heimlich gefreut dass die drauf reinfielen 😉
    xxxxx

    1. Dankeschön, Beate. Astrid hat in ihrem Kommentar eine Erklärung dafür, die mir plausibel erscheint. Es ist diese ewige Gleichmacherei, die diese schlechten Früchte hervorbringt. Wer aus der Reihe tanzt, und sei’s auch nur augenfällig, wird mit Skepsis betrachtet. Ein Erbe unserer Geschichte, das bis heute reicht. Noch heute wird vor allem uns Frauen gesagt, wie wir uns zu kleiden haben um nicht “unangenehm” aufzufallen. Ein Glück, dass immer mehr auf diese Ratschläge pfeifen.
      Liebe Grüße
      Sabine

  14. Das Interview habe ich schon vor einiger Zeit gelesen liebe Sabine und deine Antworten spiegeln genau das wieder was ich in den persönlichen Begegnungen mit dir kennen- und schätzenlernen durfte.
    Ein Kleiderschrankritual in dem Sinn habe ich nicht. Gerade im Winter ist es mir allerdings ziemlich wichtig, inbesondere an grauen Tagen nicht auch noch vorwiegend dunkle Kleidung zu tragen.
    Tolle Outfits trägst du auf den Bildern. Super das sich deine Tochter ebenfalls auf deinem Blog zeigt.
    Liebe Grüße Ursula

  15. Liebe Sabine,
    durch deinen Kommentar bei uns (iknmlo) bin ich auf deinen Blog aufmerksam geworden und bin ganz begeistert, vor allem auch von deinen Outfits. Das Blümchenkleid mit dem Samtmantel finde ich unglaublich toll und ist jetzt auf meiner Liste von Looks, ohne die ich nicht mehr leben kann. Vielen lieben Dank für die Stilinspiration!

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