Upcyling und Resteverwertung

Ich bin kein Sammler, neige aber dazu Dinge aufzubewahren, die sich auf irgendeine Art, wieder verwenden lassen. Dosen und Milchtüten zum Beispiel. Mein Pinterest-Account hat eine Pinwand “DIY”, dort hole ich mir die Ideen. Das heißt, zunächst mal sammle ich Inspirationen, um sie irgendwann, wenn ich Zeit und Lust habe, umzusetzen. Im März/April hatte ich Zeit genug. Und das hab ich gemacht.

Die Insektenpension

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die-voegel-haben-die-insektenpension-gepluendert

Die Insektenpension ist aus einer leeren Dose, gefüllt mit Lärchenzapfen, kleinen Holzstückchen, Moos und Schafwolle. Ob die Insekten dort wohnen wollen, nachdem die Meisen und Amseln ihr B&B geplündert haben? Wir werden sehen. Auf jeden Fall haben es ein paar Nesthocker gemütlich warm.

Milchtütensammlung

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allerlei-dinge-zum-basteln
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Geschenkpackung-aus-einer-Milchtuete

Pro Woche brauche ich etwa 2 Tüten Hafer- oder Mandelmilch. Natürlich habe ich mir überlegt, was ich damit sinnvolles machen kann. Geschenktüten  – für Mitbringsel wie selbstgemachte Kekse oder Energiekugel. Ein kleines Spielzeug oder eine Kinokarte gehen auch rein.  Ich habe neben den leeren Tetrapacks, die ich ausgewaschen und von ihrer Außenhülle befreit habe, nur Dinge verwendet, die ich gerade da hatte: Schnur, Reste von Spitze, Reste von Bändern, Knöpfe, eine T-Shirt-Applikation, Wachsmalkreiden. Die bebilderte Außenschicht lässt sich leicht entfernen, wenn man die Tüte faltet und knickt und kurz unter Wasser hält.

Nie genug – Tabletts

Vermutlich habe ich einen “Tablett-Tick”. Ich kann nicht genug davon haben. Überall stehen sie rum, bestückt mit Gläsern, Blumenvasen, Kerzenständern; verwendet für den Kaffee im Bett, fürs Essen auf der Terrasse, aber auch zur Maniküre oder beim Stricken, damit die Wolle nicht weghüpft.

 

zwei-Tabletts- alt-und-unschoen

Beim Linken hatte sich ein Teil der Beschichtung gelöst, weil ich versehentlich ein Wattepad mit Nagellackentferner darauf liegen lies. Ich habe es innen mit Geschenkpapier beklebt und weil das nicht reichte noch Farbe drüber gesprüht und um Abzulenken noch ein paar weiße Farbklekse hinzugefügt. Anschließend wurde es mit Klarlack besprüht.

Das Rechte habe ich im Sozialkaufhaus erstanden. Es ist klein und handlich und passt auf den winzigen Tisch auf dem Balkon. Ich wollte den Spruch überdecken und ihm eine Farbe geben, die auch im Flur und in meinem Schlafzimmer passt. Mit taubenblauer Kreidefarbe bespüht und mit Klarlack behandelt, gefällt es mir besser.

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Tablett-für-dies-und-das

Kleine Alltagsfreuden

Reife-Aepfel-werden-Kompott
Eine-Art-Tiramisu-ohne-Ei-mit-Äpfeln

“An apple every day, keeps the doctor away”, das ist mein Motto im Herbst und Winter. Jetzt aber schmecken mir die Äpfel nicht mehr, zumindest nicht ungekocht. Deshalb mache ich aus den übrig gebliebenen Apfelkompott. Das kann man pur essen, mit Vanilleeis oder als Tiramisu. Eine ganz einfache Variante des letzteren habe ich ausprobiert: Die Creme besteht aus Mascarpone, einem Rest Schmand und einem Rest Schlagsahne, Vanillepuddingpulver, einer Vanille-Stange, Zucker nach Belieben. Die Sahne habe ich steif geschlagen, das Puddingpulver unter den Schmand gerührt und alle Zutaten dann zusammen in einer Schüssel vereint und aufgeschlagen. Auf rohe Eier habe ich verzichtet. Die ich da habe, sind zwei Wochen alt und ich misstraue rohen Eiern ohnehin. Ein paar Kekse mit Schokoglasur, die übrig sind, bilden zerkrümmelt, den Boden des Desserts. Das Apfelmus kommt oben drauf. Es hat genug Flüssigkeit, die Kekse müssen nicht getränkt werden. Mit der Vanillecreme fülle ich das Glas, stelle es ein paar Stunden in den Kühlschrank und freu mich später über die leckere Resteverwertung. Statt Mascarpone, Sahne und Schmand würde ich das auch mit Quark, Joghurt und Frischkäse machen, statt Äpfeln ein anderes Obst, das weg muss nehmen.  Ich verwende auch Lebensmittel, deren Ablaufdatum überschritten ist. Ich verlasse mich auf den Augenschein und Herrn Us. gute Nase. Trotzdem bleiben manchmal Reste übrig, die zu schade zum Wegwerfen sind. Bevor ich am Samstag den nächsten Einkauf mache, versuche ich sie zu verarbeiten, auch um den Kühlschrank leer zu bekommen.

Was machst Du mit Deinen Resten?

Alles Gute und bleib gesund!

Sabine

Noch mehr upcycling findest Du bei den Ü30-Bloggern. Sie hatten das zum Thema einer Blogparade gemacht.

26 Kommentars

  1. Bei uns gibt es wenig Reste. Entweder friere ich sie sofort ein oder brauche sie am Folgetag auf. Und dann ist da ja auch noch der Hund – er liebt zum Beispiel gekochte Kartoffeln. Da komme ich mir manchmal herzlos vor, wenn ich mir am nöchsten Tage Bratkartoffeln mit Rührei aus dem Rest mache, anstatt zu ihm zu geben.

    Bei uns laufen nur selten Lebensmittel ab, weil der Kühlschrank jede Woche nahezu leer gegessen wird und wir kaum Vorräte haben. Ansonsten mache ich auch eine Sicht- und Geruchsprobe. Das Einzige, was regelmäßig angebrochen in den Ausguss geht, ist Milch, weil die hier keiner trinkt (und der Hund darf sie nicht). Die kaufe ich aber für Kartoffelpü zum Beispiel. Leider gibt es frische Vollmilch nicht in kleinen Mengen im Supermarkt. Aber das kommt auch nicht jede Woche vor.

    Deine Tabletts finde ich beide jetzt noch schöner als vorher. Gute Ideen hattest Du dafür. Ich liebe Tabletts auch! Ich habe ein ovales versilbertes und ein großes aus Kunststoff mit fröhlichem Smartiesdruck. Wenn ein schönes im Laden sehe, gehe ich nur mühsam daran vorbei. Ach ja, vor der Haustür steht auch noch eins mit Blumentöpfen darauf …

    1. Tabletts schaffen Ordnung, finde ich. Deshalb wundert mich nicht, dass Du auch etliche in Gebrauch hast, Ines.
      Mit dem Einfrieren kann ich mich nicht anfreunden. Wenn ich tatsächlich mal übriges Essen einfriere, vergesse ich es und wenn es mir nach Wochen wieder einfällt, sieht es nicht mehr so appetitlich aus, dass ich es essen möchte. Wenn am Abend was übrig bleibt, esse ich es am nächsten Tag zu Mittag. Was ich ab und zu zuviel habe ist eben Obst oder Gemüse, weil ich auf dem Markt nicht widerstehen kann und manchmal zuviel kaufe, oder doch nicht jeden Tag koche.
      Liebe Grüße
      Sabine

  2. Deine Ideen gefallen mir total gut . Ideen sammeln tu ich auch immer wenn ich etwas schönes finde
    Jetzt im Moment bestelle ich selten etwas. Nur was ich überhaupt nicht selber machen kann. Schon deshalb um die Lieferanten etwas zu entlasten . Und da heißt es dann wirklich zu schauen was habe ich noch, was muss ich wirklich kaufen. Das spart nicht nur Geld, es macht auch obendrein wirklich Spaß. Mein aktuelles Projekt ist auch aus alt mach neu .
    LG Heidi

    1. Ich finde Deine Ideen wirklich gut und nützlich. Such noch dekorativ dazu. Ich überlege mir manchmal auch was ich mit ” Wegwerfdingen” noch machen könnte. oder repariere alte Sachen.
      Ich ache auch wenig auf Verfallsdaten. Ich habe eine gute Nase und Geschmackssinn und wenn ich da nichts verdächtiges bemerke wird es gegessen.
      Liebe Grüße Tina

      Tina von Tinaspinkfriday
      1. Danke Tina, Ich hab eine Kiste, in der landen alle Sachen, die ich meine irgendwann mal für irgendwas brauchen zu können. Da sind schöne Knöpfe, Murmeln, Münzen, Schneckenhäuser, Spitzenreste, etc. drin. Immer mal wieder brauche ich was draus, die cremeweise Rosette hat mit fünf anderen mal ein Shirt geschmückt. Natürlch miste ich die Kiste gelegentlich aus, aber sie wird nie leer.
        Liebe Grüße
        Sabine

    2. Danke, Heidi. Bei mir kommt es drauf an, ob ich Lust und Laune habe, was selber zu machen. Den Mundschutz aus Stoff habe ich z. B. gekauft, von einer Schneiderin aus der Gegend. Ich weiß, dass was ich mache, nicht gerade perfekt ist, deshalb wollte ich eine Maske vom Profi, sie soll nicht selbstgebastelt aussehen. Bei Dir sieht eins wies andere perfekt aus, das bewundere ich.
      Liebe Grüße
      Sabine

  3. Komischerweise zeigt meine Blogroll nicht an, wenn du wieder einen neuen Post veröffentlichst, nur über Bloglovin erfahr ich davon. Und da guck ich selten rein.-
    Schön, dass du Freude am Recycling hast ( und deine Ideen auch umsetzt ). Die netten kleinen Tabletts gefallen mir gut. Fürs Geschenke verpacken hebe ich leider auch viel zu viel auf….
    Bleib gesund! Nutze deine Zeit für Schönes!
    herzlich
    Astrid

    1. Danke Astrid. Da ich kein Händchen hab fürs Geschenkeverpacken, habe ich mir schon immer Alternativen überlegt. Ich benutze lieber Kistchen und Tüten, die man dann wieder verwenden kann.
      Bleibt Ihr auch gesund.
      Liebe Grüße
      Sabine

  4. Liebe Sabine, es ist einfach toll, dass du in dieser ungewohnten Zeit so etwas Schönes fabriziert hast und vor allem dass du deine Werke auch mit uns teilst und damit auch uns gleich Anregungen lieferst. Da zeigt sich wieder einmal: es braucht die richtige Idee und das entsprechende Händchen und schon lässt sich aus „Abfall“ oder Resten etwas richtig Tolles machen. Diese Verpackungstüten sehen einfach genial aus und sind dabei persönlich gestaltet und auf den Empfänger abstimmbar. Da finde ich es jetzt fast schade, dass wir eigentlich nie Milch brauchen oder Ähnliches, das in solchen Verpackungen verkauft wird.
    Hab einen wunderbaren Start in die Woche und alles Liebe

    1. Liebe Gesa, dankeschön. Das Bastelfieber überkommt mich nicht nur in diesen Zeiten. Ich muss manchmal was mit den Händen machen, das tut mir gut. Ich arbeite im Büro, sitze auch in der Freizeit oft am Notebook, etwas zu machen ist ein guter Ausgleich. Übrigens kannst Du auch Saft- statt Milchtüten verwenden.
      Liebe Grüße
      Sabine

  5. Deine “Tüten” sind klasse geworden. Ich mach auch gerne neues aus dem was ich schon habe.
    Die nächste Milchtüte gehört mir. Ich will das jetzt auch mal versuchen.

    Kann man ja für jede Jahreszeit und Anlass dekorieren und füllen.

    Würd ja gerne mal wieder auf einen Flohmarkt aber das wird es wohl noch Weile nicht geben.

    Rest hab ich immer mal, aber ich brauche auch auf. Gemüse zum Ende der Woche wird meist Gemüsepfanne mir irgendwas oder Suppe oder es landet im Mixer als Smoothie.

    1. Vielen Dank, Ursula. Du kannst die Milchtüten auch als Blumenübertopf verwenden.
      Über einen Flohmarkt bummeln würde ich auch gerne mal wieder. Ich vermute, damit müssen wir warten bis nächstes Jahr. Vielleicht gehen wir dann ja mal gemeinsam.
      Liebe Grüße
      Sabine

  6. Die Geschenkverpackungen gefallen mir sehr gut. Ich brauche ca. 2 Liter Milch in 3 Tagen. Da kommt auch ganz schön was zusammen. Lieber wäre es mir, die Milch im Glas zu kaufen. Aber ich komme so mit dem Schleppen gar nicht hinterher.
    Und das Apfelkompot. Schaut sehr lecker aus. Reste habe ich super selten. Denn ich versuche tatsächlich nach Bedarf einzukaufen und Gerichte so aneinander zu reihen, dass die Zutaten nach Anbruch spätestens am zweiten Tag verbraucht werden. Ein Ablaufdatum auf einem Milchprodukt ist absoluter Nonsense. Wenn etwas nicht stimmt, riecht man das. Butter wird ranzig, Sahne und Milch sauer usw. Also 1-2 Wochen drüber sind mMn nach Geruchsprobe völlig unkritisch.
    BG Sunny

    1. Obwohl ich mit Einkaufsliste einkaufe, bleibt manchmal etwas übrig, weil ich nicht jeden Tag kochen mag oder weil mir ein Gelüste dazwischen kommt, wie neulich Deine Linsenspeise und Ela’s Hawaii-Happen. Freitags gibts bei uns meistens Reste-Essen.
      Liebe Grüße
      Sabine

  7. Tolle Sachen hast Du da gemacht, liebe Sabine! Die Idee mit den Tetra-Packs ist genial, danke für den Tipp! Daraus kann man auch Futterstationen für Vögel basteln, hab ich mit den Kindern schon gemacht. Ein “Insektenhotel” haben wir natürlich auch gebaut, nur will da niemand einziehen (oder ich sehe es nur nicht…). Vermutlich haben die Insektenhotels auch wegen Corona geschlossen 🙂
    Das blaue Tablett ist sehr schön geworden, sieht noch besser aus als vorher.
    Liebe Grüße, Maren

    1. Danke, Maren. Ich vermute die Vögel haben schnell raus, wo ein Insektenhotel ist und bedienen sich dort besonders gerne. Doch mit oder ohne Hotel, wir haben Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und Wespen im Garten. Keine Ahnung, wo die campieren.
      Liebe Grüße
      Sabine

  8. Liebe Sabine,
    die Ideen mit den Getränketüten und deine Tablett-Upcyclings finde ich besonders gelungen! Tabletts mag ich übrigens genau so gerne wie du – ich finde sie perfekt geeignet, um mehrere Deko-Objekte “zusammenzuhalten” oder um etwas übersichtlich aufzubewahren. Und natürlich, um mehrere Kaffetassen von a nach b zu transportieren 😉
    Herzliche Grüße, Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2020/05/ein-ausflug-im-marz-und-ein-treffen-im.html

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