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Mein Alltag hat sich, wie bei allen, verändert. Doch nach mehr als zwei Wochen Kontaktsperre und Ausgangsbeschränkung, und inzwischen zuhause arbeitend, geht es mir tatsächlich nicht schlechter als letztes Jahr um diese Zeit. Im Gegenteil.

Letztes Jahr habe ich mich freiwillig zurück gezogen. Wobei freiwillig nicht ganz stimmt. Es war notwendig, um meine Kräfte zu bündeln. Dieses Jahr sollte anders werden, aktiver, geselliger, abwechslungsreicher. So der Plan.

Zuhause aktiv sein

Mit Bedauern, obwohl ich weiß, dass es sein muss, verschob ich gedanklich Vorhaben um Vorhaben aufs nächste Jahr, zumindest auf eine spätere Zeit. Notwendig war das nicht.

Aktiv sein kann ich auch Zuhause. Mir bleibt jeden Tag genug Zeit für einen Spaziergang, eine Runde Radfahren auf dem Ergometer oder eine Sportstunde mit Youtube.

Akelei am Gartenweg

Ich habe Zeit und Muse im Garten zu arbeiten oder in der Sonne zu sitzen. Mehr denn je, wissen wir ihn zu schätzen (hier gibt’s noch ein paar Bilder vom Frühlingsgarten.)

Kochen ist nicht lästige Pflicht, sondern Entspannung und kreativ oben drein.

Kohlrabi und Möhre werden Salat

Zeit genug für kleine Projekte

rote Rüben fermentiert

Ich hab mich im Fermentieren versucht. Damit wird Gemüse ohne Erhitzen haltbar gemacht, nur mit Salz und Wasser. Die Vitamine bleiben erhalten. Fermentiertes Gemüse stärkt das Immunsystem und ist gut für den Darm. Noch habe ich es nicht probiert, es muss noch ein paar Tage lagern. Rezepte findest Du zuhauf im Internet, wenn Du es auch versuchen willst.

Datteln aus dem Iran

Lecker und im Nu gemacht, sind Energiekugeln aus Trockenfrüchten und Nüssen. Hauptbestandteil bei mir sind Datteln, ergänzt mit dem, was ich gerade so zu Hause habe (getrocknete Aprikosen, Pflaumen, Feigen, Nüsse aller Art, Kakaopulver, Honig, Reissirup, Agavendicksaft). Die Zutaten werden im Mixer geschreddert, die Masse die dabei entsteht, zu Kugeln geformt und in Kakao, Puderzucker oder Rohrzucker gewälzt.

Energiekugeln selbstgemacht

Für Tim, meinen Enkel, habe ich etwas zum Spielen gebastelt. Einen Holzreifen (Hula-Hup-Reifen) mit verschiedenen Dingen bestückt.

Spielreifen für Krabbelkinder

Unser Balkon, bisher nur als Trockenplatz benutzt, lädt nun zum Verweilen ein.

pink Balkonia

Kräuter und Salat pflanze ich in Töpfen auf der Terrasse.

Kräuter und Pflücksalat

Anders betrachtet

Natürlich vermisse ich das Zusammensein mit den Kindern und vor allem mit Tim. Bin aber telefonisch, per E-Mail, per Skype mit Freunden und Familie verbunden, so häufig und intensiv, wie selten zuvor. Der Wunsch nach mehr Austausch mit anderen ist also erfüllt. Auf andere Weise, doch das bleibt ja nicht immer so.

Alleine das Reisen muss verschoben werden. Ich schaue mir Reiseberichte an und überlege, wohin uns unser erster Ausflug danach uns führen könnte. Und ich freue mich über Bilder vom Meer und von exotischen Orten bei Fran und Tina.

Frühlingsblumenstrauss rosa-weiss

Bis dahin mache ich es uns zuhause schön, genieße die Ruhe und das Arbeiten im heimischen Büro, das ich als sehr angenehm empfinde.

Blaue Chino und Blümchenbluse - 60plus Stil

Mein Look im Büro zuhause unterscheidet sich nicht von dem, den ich sonst trage: Chino, Blümchenbluse und Strickjacke. Nur statt der Ballerinas trage ich drinnen Hausschuhe.

Streifenjacke zur Blümchenbluse - 60plus Stil

Dankbar und zuversichtlich

In den letzten Wochen habe ich zudem festgestellt, dass räumlicher Abstand eine angenehme Art von Nähe schafft. Niemand rempelt mich an, an der Supermarktkasse atmet mir niemand in den Nacken oder fährt mir an die Hacken. Man verständigt sich wortlos oder mit einem Lächeln, wer Vorfahrt hat. Das darf so bleiben.

Mir ist durchaus bewußt, dass ich nur mit meinem Lieblingsmenschen unter einem Dach, ohne Verpflichtungen Kindern oder alten Eltern gegenüber, mit einem Arbeitsplatz, der sich nach Hause verlagern lies, viele Vorzüge genieße. Dafür bin ich dankbar.

Nichtdestotrotz weiß auch ich nicht, wie es weiter geht, was noch kommt. Vor allem nicht, wie sich der Virus, sollte ich mich anstecken, bei mir auswirkt. Ich bin über sechzig und habe eine chronische Krankheit. Ich weigere mich aber, mir Sorgen zu machen oder gar in Panik zu geraten. Gerade weil alles offen und ungewiss ist, sind Spekulationen “was wird, wenn…” unnütz, lähmend und nicht zielführend.

Im Grunde kann jeden Tag unseres Lebens etwas passieren, das uns die Füße wegzieht, nur denken wir gewöhnlich nicht daran. Gerade aber wird jeden Tag unser Augenmerk darauf gelenkt. Die Zahlen, die genannt werden, erschrecken. Sie sagen aber nichts darüber aus, was mit mir passiert. Alles ist möglich, im Guten wie im Schlechten. Ich vertraue darauf, dass ich mit dem, was sein wird, zurecht kommen werde. Wenn ich bei guter Laune bleibe, hilft mir das körperlich und mental, mit den Veränderungen klar zu kommen. Das ist nicht oberflächlich und nicht egoistisch. Je besser ich mit mir selber zurecht komme, desto weniger falle ich andern zur Last.

Wie geht es Dir in diesem Frühling, der so anders ist?

Seit gut zu Dir! Alles Liebe

Sabine

…und noch was…

Wenn Dir die Decke auf den Kopf fällt, schau mal bei Sabiene vorbei. Sie macht interessante, leicht umsetzbare Vorschläge.

Frau Nelja postet auf Instagram: “Wir müssen ja sowieso denken, warum dann nicht gleich positiv” (Zitat aus der Flow).

Sehr interessant finde ich Scobels philosophische Gedanken zum “was kommt danach?” https://www.youtube.com/watch?v=5HUwHzuoVc0

18 Kommentars

  1. Hallo Sabine,
    ich merke auch jeden Tag, wie privilegiert ich bin. Große Wohnung mit Balkon, freies Feld und Wald daneben, ein Dorf – eine Dorfgemeinschaft, die sich gut an die geborenen Vorsichtsmaßnahmen hält. Auch ich habe mehr Kontakt zu meiner Familie als üblich. Als würde das ein Ausgleichsversuch sein, häufiger statt direkt. Was mich wirklich belastet, ist dieses unplanbare. Üblicherweise ist mein Kalender voll und der Schreibtisch leer. Im Moment ist es genau anders und ich weiß nicht, wann das drehen kann (bin mir zum Glück sicher, dass es so sein wird). Das geht mir komplett gegen den Strich und ich kann mich nur schwer drauf einlassen. Es ist ja wie bei allem, was man lernen muss, das lernt man auch. Also schaue ich, was der Tag heute bringt.

    Liebe Grüße! Ilka

    Ilka Arndt
    1. Liebe Ilka,
      wäre ich selbständig, würde ich mir auch unwillkürlich über das Unplanbare Gedanken machen. Hinzu kommt, dass auf Deiner “Warteliste” Menschen und nicht Dinge stehen.Immerhin wissen wir, es wird nicht so bleiben.
      Liebe Grüße
      Sabine

  2. Liebe Sabine, schön, wieder on dir zu lesen ( ich hatte gedacht, du hast mit dem Bloggen aufgehört )!
    Schön bebildert hast du deinen Alltag zu Hause! Wir haben uns seit drei Wochen komplett zu Hause verzogen und niemand kommt mehr ins Haus. Der Entlastungspfleger geht jetzt einmal in der Woche für uns einkaufen, sonst springen Verwandte oder Nachbarn ein.
    Reisen – daran mag ich gar nicht mehr denken, die Fahrt zu Ostern zu den Enkeln ist ja hinfällig. Es fehlt das vor zwei Jahren aus Umweltgründen abgeschaffte Auto, Radfahren ist nicht, Öffis jetzt auch. Da fühle ich mich jetzt schon in einer Art Falle…

    Ich hoffe, dass du mit deinem Risiko vor Ansteckung bewahrt wirst. ( Es ist bei uns auch der Grund, warum ich strikt die Isolation einhalte.)
    Es klingt jetzt alles etwas gedämpft, aber eigentlich ist die Stimmung aufgrund der Frühlingssonne gut.
    Alles Liebe!
    Astrid

    1. Liebe Astrid,
      ich kann gut verstehen, dass es ohne Auto zurzeit richtig schwierig ist und enorm einschränkt. Gibt es Carsharing in Eurer Nähe? Das wäre für mich die Lösung, wenn ich das Auto nicht mehr für den Weg zur Arbeit brauche. Ganz ohne, wäre auch der Enkel schwer zu erreichen.
      Seit ich zuhause arbeite, fühle ich mich sicherer und natürlich passe ich auf, auch wegen Herrn U.
      Alles Gute für Euch und einen wunderbaren Frühling im Garten.
      Liebe Grüße
      Sabine

  3. Ich denke es gibt schlimmeres als sich ein paar Wochen Daheim zu beschäftigen. Den meisten von uns geht es gut. Mir wird im Leben nicht langweilig, und es geht mir wie Dir. Jetzt kann man all das zu Hause tun, wo man sonst keine Zeit für findet. Mein heutiger und der Post von Freitag zeigen die Möglichkeiten auf die man hat. Man muss es nur einfach tun. Einfach so :))
    LG heidi

    1. Nein, schlimm ist es wirklich nicht, zuhause zu bleiben. Meine Liste, was ich noch machen will, ist noch lange nicht abgehakt.
      Und nachdem ich neulich den tollen Teppich bei Dir gesehen habe, hab ich sie ergänzt.
      Liebe Grüße
      Sabine

  4. Do langsam finde ich mich ein in diesen Frühling. Nach fast 4 Wochen Urlaub und den Verlust von Luna zog es uns den Biden unter den Füßen ziemlich weg.
    Das Arbeitsleben ist für uns gleich geblieben und wir haben auch nicht mehr Freizeit. Komisch das muss man immer betonen irgendwie, denn alle Menschen gehen davon aus dass Jeder mehr Freizeit hat 😉
    Ich freue mich dass Du bei mir exotische Orte schaust. Danke dafür. Ich wiederum freue mich über Deine schönen Blumenfotos. Das Stillleben ist super schön 🙂
    Ich wünsche Dir alles Gute Sabine, liebe Grüße Tina

    Tina von Tinaspinkfriday
    1. Liebe Tina,
      Das war viel Kontrastprogramm für Euch in den letzten Wochen. Allein schon das Heimkommen aus dem Urlaub ist eine Riesenumstellung und dann noch unter diesen Umständen. Ich hoffe, Du kannst Dir Zeit nehmen und entspannen, Tina. Pass gut auf Dich auf! Auch der kleine Wirbelwind, der jetzt bei Euch eingezogen ist, tut Euch sicher gut und die liebe Luna lebt in Eurem Herzen fort.
      Liebe Grüße
      Sabine

  5. Sich Sorgen machen oder gar in Panik zu verfallen bringt nichts. Lieber ein klarer Kopf der vernünftige Vorsicht walten lässt. Falls es Dich erwischt, ist es immer noch rechtzeitig sich einen Kopf zu machen.
    Wir bauen die Brücke, wenn wir am Fluss sind.
    BG und bleibt gesund
    Sunny

  6. Ich empfinde viele Dinge genauso wie du – naja, ich bin zwar froh, den Garten los zu sein und nur noch Terrasse und Balkon zu haben – vor allem die Sache mit dem Abstand im Supermarkt und anderswo gefällt mir ganz hervorragend 🙂 Ich hasse es seit jeher, wenn Menschen meinen persönliche Abstand nicht respektieren. Jetzt tun sie es.
    Angst habe ich nicht, zumindest nicht um mich. Unkraut vergeht nicht 😉 Und irgendwann darf ich auch wieder verreisen.
    Liebe Grüße
    Fran

  7. Liebe Sabine,
    eine tolle Sitzecke hast du da gezaubert. Schön. Ja ändern können wir eh nix und einfach das Beste draus machen.
    Ganz ehrlich ich vermisse nix. Zu viele Menschen und Trubel haben mich eh immer schnell erschöpft.
    Ich hab die Waschküche entrümpelt und mein Mann streicht die jetzt solange er Zwangsurlaub hat.
    Da freu ich mich dann diese neu einzurichten nicht zu viel und eben praktischer.
    LG
    Ursula

    1. Danke, Ursula, die Sitzecke war schnell gemacht. Die Möbel standen im Keller rum und die Kissenbezüge hatte ich schon. An der Wand würde ich gerne noch was anbringen. Das muss ich aber Herrn U. erst noch schonend beibringen. Er mag unversehrte Wände.
      Die neue Waschküche sehe ich dann bei Dir, bin gespannt.
      Liebe Grüße
      Sabine

  8. ” Je besser ich mit mir selber zurecht komme, desto weniger falle ich andern zur Last. ” Ein schöner Satz. Heute komme ich ganz gut mit mir zurecht.

    Ich wünsche Dir und Herrn U schöne, sonnige Ostertage!

  9. Liebe Sabine, schön hast Du es zuhause! Deine Balkonecke finde ich gemütlich und Deine Kochvorschläge echt gut. Der Reifen für Tim ist allerliebst! 🙂
    Ich kann gut verstehen, dass Du Dir einerseits Gedanken machst, aber nicht in Panik verfällst. Das ist eine Ruhe, mit den Dingen zurecht zu kommen, die ich sehr bewundere und selbst zu beherrschen versuche 🙂 Wobei ich jetzt in Corona-Zeiten erstaunlicherweise ebenso entspannt bin – und mich zudem wirklich privilegiert fühle. Außerdem geht es mir in bestimmten Punkten ähnlich wie Dir: der Abstand zwischen den Menschen tut mir gut – und andererseits ist “social” distancing ein unglücklicher Begriff… denn ich spüre viel Hilfsbereitschaft, Nähe und ein Miteinander, was vorher nicht so spürbar war. Das Anrempeln und “in-der-Aura-stehen” war nämlich nicht gerade “social” :-)))
    Liebe Grüße, weiterhin entspannte und schöne Ostern! Maren

    1. Liebe Maren, der Begriff social distancing drückt tatsächlich nicht aus, was er bewirken soll. Soziale Kontakte lassen sich auch ohne physische Nähe aufrechterhalten und pflegen. Ich empfinde das Miteinander zurzeit auch als sehr angenehm.
      Liebe Grüße und einen schönen Ostermontag
      Sabine

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