Fleißige Biber und wollige Zeiten

Nun ist schon Februar und so richtig winterlich, vor allem winterlich-weiß, war es hier noch nicht. Wo ich letztes Jahr im strahlenden Sonnenschein durchs Winterwunderland stapfte, muss ich dieses Jahr aufpassen, dass ich nicht in riesigen Pfützen ertrinke.

 

sumpfige-wiese-im-schmuttertal-januar-2018

 

Deshalb habe ich meine Lieblingsplätze an der Schmutter in letzter Zeit nicht besucht. Als jetzt ein paar Tage hintereinander stundenweise die Sonne schien, konnte ich es am Freitag Nachmittag wagen, am Fluß entlang zu gehen. Nasse Füße hab ich mir trotzdem geholt. Schlimm ist das nicht.  Schlimm für mich ist ganz was anderes.

 

Spaziergang nach dem Wintersturm

Zunächst scheint die Welt am Fluß noch im Ordnung. Enten kreuzen vergnüglich auf dem Flüsschen . Die Schmutter hat viel Wasser, tritt aber nicht übers Ufer. Doch schon ein paar Schritte weiter an einem Platz, wo der Fluß zugänglich ist und wo mehrere alte Bäume und Weiden das Ufer säumen, stockt mir der Atem.

Bibers-werk-an-der-schmutter

Hier hat offenbar der Biber ganze Arbeit geleistet und was er nicht geschafft hat, musste nach dem Sturm von Menschenhand gefällt werden. Zu gefährlich wäre es, wenn die halb angenagten Bäume umfallen würden. Zu retten waren sie eh nicht mehr.  Der Biber hat die Flußlandschaft hier verändert und meiner Meinung nach nicht zum Guten.

 

alter-baum-vom-biber-fast-gefällt

Wenn er so weiter macht, wird sich das Ufer des Flusses drastisch wandeln. Die alten Bäume geben Schatten und Schutz nicht nur Mensch, auch Tier. Eine Biberburg kann ich nirgends entdecken. Ich denke nicht, dass das Tier mutwillig zerstört, doch was ich sehe, ist eine Verwüstung.

Die Gemeinde hat ein paar Bäume am Fluss mit Drahtgitter umwickelt, nicht alle. Ich hoffe, dass das hilft, sie zu schützen und ich hoffe, dass der große alte Baum, dessen Fuß fast zur Hälfte durchgenagt ist, trotzdem überleben kann. Ich bin durchaus dafür, der Natur ihren Lauf zu lassen. Der Biber gehört dazu. Trotzdem tut es mir leid, wenn ein schöner Platz mit alten Bäumen plötzlich eine Öde ist. Sie wird verwildern, irgendwann. Aber das wird dauern.

 

winterspaziergang-an-der-schmutter

Der Fluss mäandert durchs Tal, sein Ufer weitgehend naturbelassen, von Dickicht, Totholz und Bäumen gesäumt. So sieht es aus, wo der Baumeister der Natur noch nicht gehaust hat. Ist es vermessen, zu wünschen, das das so bleibt?

Wollig warm im Winter

Dieser Post sollte ein ganz anderes Thema haben, von winterlichem Wohlbehagen handeln. Und so geht’s jetzt weiter. Denn auch wenn die weiße Pracht ausbleibt, kalt ist es und der Wunsch nach Wärme und Gemütlichkeit ist groß. Der erfüllt sich mir nicht notgedrungen in der warmen Stube, sondern auch beim Draußensein, dank eines kuschligen Wollfilzmantels.

 

wollfilzmantel-macht-den-winterspaziergang-angenehm-60plus-stil

 

Er ist warm, hält ein paar Schneeflocken und Regentropfen gut aus und ist weit genug, dass ich einen dicken Pulli drunter tragen kann. Der hohe Kragen hält meinen Hals warm, auch ohne Schal. In den Taschen hat das Notwendige Platz, so brauche ich zum Spazierengehen keine Handtasche. Die Brille ist, wie immer in Griffweite. Ich vergesse tatsächlich sie beim Fotoshooting abzunehmen. Bei Wind und Temperaturen unter null Grad trage ich eine Mütze und einen Schal, Handschuhe fast nie. Die Hände in den Taschen sind warm genug.

 

winterspaziergang-im-grauen-wollfilzmantel-60plus-stil
Wollfilzmantel- Canda (aus 2.Hand) – Stiefel – Görtz (schon ein paar Jahre alt) – Mütze (aus meinem Fundus)

 

Wenn ich regelmäßig Auslauf habe, kann ich den Winter inzwischen ganz gut ertragen. Das muss was mit dem Alter zu tun haben. Früher sehnte ich den Sommer, oder zumindest den Frühling, herbei,  nun mag ich auch die kalte Jahreszeit, weiß ihre Vorzüge zu schätzen…

am knisternden Holzofen sitzen

an einem Sonntag ein Buch auslesen

Stiefel tragen

ausmisten vom Dach bis zum Keller (ja, ich mach das gerne!)

Rosenkohl und Wirsing essen

und neu entdeckt – Pullover stricken.

Noch mehr Wolliges

Die Suche nach einem Pullover aus reiner Wolle zu einem erschwinglichen Preis führte mich in den Handarbeitsladen. Susanne’s Gastpost bei Ines erinnerte mich daran, dass ich ja stricken kann und so versuche ich mich zurzeit an einem Pullover aus wunderbar weicher Merinowolle. Drück mir die Daumen, dass er fertig wird, solange es noch kalt ist. Danke Susanne für die Anregung.

 

wolliges-fuer-den-winter

 

 

Liebe Grüße

Sabine

 

 

 

 

 
 

19 Kommentars

  1. Nein, liebe Sabine, es ist nicht vermessen, zu hoffen, dass die Natur so bleibt und der Mensch nicht überall eingreift. Ich freue mich auch, wenn ich so etwas sehe.
    Ausgemistet habe ich auch schon, dass mache ich auch immer im Winter und ich mache es tatsächlich auch gerne. Wobei ich sagen muss, dass sich immer weniger ansammelt, was wirklich weg muss. Aber manches finde ich schon.
    Schones Wochenende und liebe Grüße
    Andrea

    1. @alle
      Beate und Astrid haben sicher recht, der Biber macht mehr gut als er zerstört. Wahrscheinlich sieht es im Frühjahr, wennn alles sprießt, schon wieder ganz anders aus. Ich werde berichten. Der Filzmantel leistet gerade gute Dienste. Es hat nochmal geschneit.Er ist ideal zum spazierengehen. Der Pulli ist gestrickt, muss aber noch zusammengenäht werden. Davor hab ich Respekt.
      Danke für Eure Kommentare.
      Liebe Grüße
      Sabine

      Sabine
  2. schick siehst du aus im kuscheligen mantel und hübscher mütze!!
    aber für so feuchte spaziergänge empfielt der fachmann gefütterte gummistiefel – duckhunter boots z.b. ;-D
    groll dem biber nicht! das da am fluss ist alles schnellwachsendes und kurzlebiges weichholz – weiden und pappeln vor allem. das treibt auch aus dem letzten fetzchen wieder aus wie wild – wenn man jetzt nicht ständig da herumtrampelt. ich sehe es seit jahren an unserem altarm – dem biberloch. stürme, biber und extremes hochwasser hauen da immer ordentlich um – trotzdem ists am ende jeden sommers der reinste dschungel.
    die natur ist extrem regenerationsfähig – solange der mensch seine finger davon lässt…….
    🙂
    viel erfolg beim stricken! und zeigen wenn fertig! xxxxx

  3. Ja stricken und wolliges liebe ich sehr. Ich suche mit ler Weile auch ganz gezielt nach solchen Mänteln. Ich finde die wärmen einfach mehr. Und aktuell stricke ich eine Decke. Bin wirklich gespannt wann sie fertig ist. Deine Bilder sind toll. Gefallen mir sehr :))
    LG heidi

  4. Wir haben keine Biber, aber viele flachwurzelnde Tannen und Birken, die km Sturm wie die Fliegen umfallen. Auch nicht schön … Kiefern haben auch nicht gerade ein stabiles Geäst.

    Ich wünsche Dir schöne Winterspaziergänge!

    Verschneite Grüße aus dem Norden!

  5. ES freut mich, Sabine, dass ich dich motivieren konnte, die Nadeln wieder rauszuholen. Die Wolle macht neugierig, ich bin gespannt! Viel Spaß beimSstricken und möge es gut gelingen…
    Meine Manufaktur ist geschlossen, ich sitze trotzdem jeden Abend strickend auf dem Sofa 😁
    Herzliche Grüße Susanne

  6. Liebe Sabine, ich meine es wie Beate: Gönn dem Biber diese Möglichkeiten an eurem Flüsschen! Was du da als zerstörerisch erlebst, hat auch einen tieferen Sinn ( wenn der Mensch nur nicht immer eingreifen würde ): Wo Biber sind, wird auch immer ein positiver Beitrag für den Landschaftswasserhaushalt geleistet, denn aufgrund des Klimawandels wird es in manchen Gegenden auf Dauer enorme Wasserdefizite durch reduzierte Niederschläge geben. Die Biber schaffen durch ihre Staudämme ein Steigen des Grundwasserspiegels in den Auen, verursachen kleinere Laichgewisser für Insekten und Amphibien und bei Starkregen läuft in den von Bibern gestalteten Lebensräumen das Wasser langsamer ab. Das wiederum verhindert Hochwasserspitzen, wie ihr sie in Bayern zuletzt ja oft besorgniserregend hattet.
    Außerdem verbessern die Dämme die Gewässerqualität, weil sie Stickstoff zurückhalten, der ja durch unsere Düngerei in Übermaßen vorhanden ist.
    Ich hatte mal vor Jahren eine Biberklasse und mich mit den Kindern intensiv mit diesem Tier beschäftigt. Gefreut habe ich mich dann, als ich vor zwei Jahren Spuren an einem Bach in meiner alten Heimat entdeckt habe. Das menschliche Eingreifen hat den Biber aber auch dort wieder vertrieben.
    Vielleicht kannst du dem Ganzen ja auch bald was Schönes abgewinnen…
    Eine gute neue Woche!
    Astrid

  7. Ach menno , da war der Biber wirklich fleißig… aber wenn ich lese, das es auch garnicht so schlimm ist, dann bin ich eigentlich beruhigt. Ich denke man beschäftigt sich einfach zu wenig mit manchen Themen,

    Dein Outfit ist ja wieder total schön… mal was anderes weit weg vom Einheitslook, der gefällt mir richtig gut.
    Liebe Grüße und eine schöne neue Woche wünscht Jacky

  8. Der Biber hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Sieht im Moment echt schlimm aus. Aber wie Astrid schreibt, hat alles in der Natur seinen Sinn.

    Mir gefällt Dein kuscheliger Wollmantel mit Mütze. Bei uns hat es in den letzten beiden Tagen geschneit.

    Liebe Grüße Sabine

  9. wir kennen hier in der nähe auch ecken, wo der biber viele bäume umgenagt hat, hoffen aber, dass es keine negativen auswirkungen hat. astrids kommentar hat mich auch nochmal zum nachdenken gebracht.
    dein mantel ist wunderschön und die mütze passt so toll dazu. ich habe auch noch einen alten second-hand wollmantel, der schon zweimal ausgebessert werden musste, aber ich liebe ihn heiß und innig. mäntel sind nämlich das einzige, was ich aus wolle tragen kann. dabei hätte ich so gern auch einen so kuscheligen pullover!!
    liebe grüße
    mano

  10. An der Donau nehmen die Biber auch überhand. Inzwischen werden die restlichen großen Bäume unten mit Hasendraht umwickelt, um das Schlimmste zu verhindern. Da die Biber keine natürlichen Feinde mehr haben, gibt es an den Flüssen leider bald keinen Abschnitt mehr, wo sie nicht nagen, graben und bauen. Irgendwie muss es gelingen, die Anzahl wieder zu reduzieren. Das Problem entwickelt sich ähnlich wie bei den Wildschweinen. Und wenn es keine offizielle einvernehmliche Lösung gibt, jagen die betroffenen Landwirte selber, was aber auch nicht in Ordnung ist.
    Grüßle Bellana

  11. Liebe Sabine, Asche auf mein Haupt! Hab jetzt erst gecheckt, dass Deine neuen Posts ja gar nicht in meiner Leseliste auftauchen können, weil ich noch immer die alte website gespeichert hab – hab das soeben nachgeholt…! Will ja keinen Post mehr verpassen…
    Zu den Bibern: das ist so ein zweischneidiges Schwert, sie verwüsten halt schon viel. Und zu Deiner Frage: Nein, es ist überhaupt nicht vermessen, zu wollen, dass ein Flusslauf – oder überhaupt etwas lieb gewonnenes – sei es Menschen oder Natur – so bleibt, wie es/er/sie ist… nur glaube ich leider inzwischen, dass wir darauf halt keinen Einfluss haben. Zum Glück bringen die meisten Veränderungen Gutes mit sich… aber das mit diesem Ort, den Du so gern hast, verstehe ich schon total!
    Liebe Grüße
    Maren
    Ach ja, und Deinen Punkten stimme ich voll und ganz zu – außer dem Stricken! Kann’s einfach nicht….
    Und Dein Outfit find ich einfach nur schön! Besonders gefällt mir den Mantel mit dem kuscheligen Schalkragen, den mag ich sehr!

  12. Der Mantel ist toll liebe Sabine, so richtig kuschelig und er steht Dir richtig gut. So hübsch eingepackt macht der Spaziergang nochmal so viel Spaß. Auf deinen Pulli bin ich schon sehr gespannt. Den kannst Du sicher noch einige Zeit tragen, der Winter bleibt uns sicher noch ein wenig erhalten. Früher habe ich auch sehr viel gestrickt, mittlerweile fehlt mir leider ein wenig die Geduld dafür.
    Viele liebe Grüße
    Monika
    Styleworld40plus.blogspot.com

  13. Liebe Sabine, dass ich mich bisher nicht so besonders für Filz begeistert habe wundert Dich ganz bestimmt nicht. Bei Deinem tollen Mantel stellt sich mir allerdings jetzt die Frage, ob ich da nicht nur einem dämlichen Vorurteil aufgesessen bin. Er ist echt klasse und steht Dir sagenhaft gut.

    Liebe Grüße
    Deine Gabriele

  14. Liebe Sabine, was den Biber betrifft, bin ich auch ziemlich hin- und hergerissen. Einerseits freue ich mich, ass sein Bestand nicht mehr bedroht ist, andererseits sehe ich auch in unserem Auwald immer wieder mehr oder weniger angenagte Bäume.
    Eine Freundin, die Naturführungen leitet, erzählte uns, dass die Biber-Reviere sehr groß sein und die Biber bei Eintritt der Geschlechtsreife stets ein neues Revier suchen müssen, deshalb verbreiten sie sich jetzt auch wieder so auffallend. Vermutlich sollte man bei Bibern, die keine natürlichen Feinde mehr haben, ähnlich umgehen wie mit anderem Wild – durch Jagd regulieren, aber behutsam…
    https://derstandard.at/2000028246166/Biber-2016-wird-Jahr-des-Problem-Nagers
    Dein Mantel ist toll – ein edles Prachtsück, das sicher gut wärmt! Und ich drück dir die Daumen,d ass du auch mit deinem Pullover gut vorankommst – die Wolle sieht wunderschön aus!
    Herzliche Rostrosen-Wochenendgrüße
    Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2018/02/anl-26-diverse-zweckentfremdungen-und.html

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